So entschied ich mich für den Kurs "Magie des Schreibens".
Die Aufgabe lautete also:
Schreiben Sie einen Aufsatz - Inhalt:
"Stellen Sie sich vor, sie haben ein bestimmtes Ziel....und werden eventuell daran gehindert, dieses zu erreichen...Sie haben 20 Minuten Zeit...gutes Gelingen!"
Ich schaute die Dame also völlig ungläubig an, kratze mich am Kopf und griff nach meinem
Kugelschreiber...und da war sie...meine gute alte Freundin, Muse :-)
Der Wecker fiel mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. Auch dies lies sein schrilles Läuten nicht erstummen. Clarissa drückte ihre Hände, so feste sie konnte, gegen ihre Ohren. Während sie ihre Augen zukniff, als würde dies ebenfalls etwas am ohrenbetäubenden Geräusch verändern, dachte sie darüber nach, wie lange es her war, dass sie vom sanften Zwitschern der Vögel geweckt worden war.
Noch immer trällerte der Wecker dieses unerträgliche Lied, während er über den Boden hüpfte.Innerlich die weiße Fahne schwenkend, warf sie die Beine aus dem Bett. Es würde nichts nützen...sie musste ja dennoch aufstehen.
Fertig angezogen blickte sie noch einmal in den Garderobespiegel, um sich zu vergewissern, dass sie ihren Kollegen nicht durch lässtige Zahnpastaflecken auffallen würde. Sie grabschte in der Schlüsselbox nach dem richtigen Schlüssel und machte sich auf den Weg zur Garage.
Es war kalt und grau, richtiges Herbstwetter. Clarissa erinnerte sich an ihren letzten Urlaub in Venedig. Daran, wie wohlig sich ihre Haut unter der Sonne Italiens anfühlte...was war es so schön gewesen, inmitten der kleinen Gassen und der wundervollen Architektur.
Ein plötzliches Hupen hinter ihr holte sie aus dem Urlaub zurück. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie schon dort vor der grünen Ampel campiert hatte, aber es konnte ja nicht wirklich lange gewesen sein. Mit einer beschwichtigenden Geste versuchte sie sich zu entschuldigen und fuhr weiter.
Fröhlich pfeifend fuhr sie durch die lange Allee. Auch wenn dies jeden morgen bedeutete, dass das Ende der Allee ihr Büro war, sie fuhr dennoch gerne unter den Bäumen hindurch und schaute auf die kleinen Lichtquellen, die während der Fahrt durch die einzelnen Äste hindurch drangen.
Doch was war das...da vorn...so....dunkel...
Sie fuhr langsamer, während sie ihre Augen permanent schloss und wieder öffnete. Etwas auf der Straße hatte ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der PKW wurde immer langsamer und kam zum Stehen.
Das konnte nicht wahr sein! Es musste Einbildung sein...das wäre ja sonst einfach nicht möglich...
Sie starrte aus dem Fenster und bemerkte, dass sich der Wald in totaler Stille befand. Kein Zwitschern der Vögel auf den Bäumen, kein Verkehrslärm von anderen Autos, kein Wind...nichts!
Nachdem sie sich zum vierten Mal die Augen gerieben hatte und keinerlei Veränderung wahrnehmen konnte, ergriff sie den Türgriff und öffnete langsam die Fahrertür.
Unsicher stellte sie sich auf ihre Beine. Ihre Finger umklammerten den Außenspiegel, als könnte
dieser einen sichereren Halt vermitteln, als der Boden. Offensichtlich hatte sie sich nicht getäuscht, so unwirklich es ihr auch vorkam. Sie blickte zu ihren Füßen hinab und rutschte sachte, mit einem Fuß vor den Anderen, bis zu der Stelle, wo ihr Auto zum Stehen kam. Vor ihrem Auto klaffte ein riesiges Loch im Boden...ein Abgrund...ein schwarzes dunkles Nichts ohne Ende. Es sah aus, wie eines der Bilder aus einem Sci-Fi Film, indem der Held der Geschichte plötzlich vor dem Ende der Erdscheibe stehenblieb und verzweifelt nach unten blickte. Clarissa starrte in die Schwärze. Wo war alles hin ? Was zur Hölle war hier passiert ?
Es war toten still, so, als ob alles Leben der Welt schockierend den Atem angehalten hätte. Auch Clarissa bemerkte, dass sie ihre Atmung eingestellt hatte und keuchte nach Luft. Außer ihr und der Kälte, die sich ihren Platz auf ihrem Nacken suchte, gab es nur die Leere der endlosen Schwärze.
Sie tatstete sich langsam mit den Fußspitzen an den Rand des Abgrundes. Ihr wurde schwindelig. Es kam ihr fast so vor, als würde dieses Etwas nach ihr rufen, sie bitten zu ihm zu kommen.
Schon als sie in der 10. Klasse vom 10-Meter-Brett springen sollte, machte ihr Magen arge Probleme. Doch dies war etwas ganz anderes. Wenigstens hatte sie ihre Klassenkameraden vor Augen, die ihr Mut zuriefen, als sie auf die ungleiche Fläche des Wassers blickte. Nun stand sie alleine, ohne Halt und ohne Freunde und vor Allem, ohne Boden oder Wasser. Sie schüttelte sich heftig, um die Gänsehaut wieder loszuwerden, welche sich auf ihrem gesamten Körper ausbreitete. Plötzlich machte sich ein wohliges Gefühl in ihr breit und verscheuchte die Befangenheit. "Heute muss ich nicht zur Arbeit" seuselte ihr eine Stimme durch den Kopf...ihre eigene! Sichtlich verwirrt, aber dennoch etwas erleichtert drehte sie sich entschlossen um und lief zu ihrem Wagen zurück. Heute würde sie Zeit für sich selbst haben, könnte endlich shoppen gehen.
Sie lies den Motor an und lehnte sich zurück, während sie den Beginn ihres Lieblingsliedes erwartete.
Laut pfeifend warf sie den Kopf von einer Seite auf die Nächste, bis ihr etwas im Rückspiegel ins Auge stach. Was war das?! Das konnte unmöglich sein! Ein grelles, aggressives Licht, welches immer näher auf sie zukam. Hinter ihr konnte unmöglich jemand sein. Wo sollte er auch herkommen. Immerhin gab es dort ja niemanden und nichts. Sie schluckte und gab Gas. Panik breitete sich in ihr aus, als das Licht immer näher an ihren Wagen rankam. Wer zum Teufel war das?! Weshalb drängelte er so?! Blinzelnd versuchte sie, dem Straßenverlauf zu folgen, doch ihre Sicht wurde immer schlechter. Der Himmel hatte sich blitzartig verdunkelt und es schien ein Gewitter heraufzuziehen. Große dunkle Wolken legten sich wie Blei über das türkisblau des Himmels. Es kam immer näher und langsam konnte Clarissa ihre Augen nicht mehr offen halten, da diese unerträgliche Helle ihr das Augenlicht raubte. Schweiß lief über ihre Stirn, als ihr bewusst wurde, dass das Licht sie bald eingeholt hatte. Just in diesem Moment quietschten ihre Reifen dröhnend und ihr Wagen began heftig zu schütteln. Dicht gefolgt von einem dumpfen Schlag, der markerschütternd durch Clarissas Körper drang, hörte man ihr Schreien. Es läutete ihr noch immer bedrohlich in den Ohren, als sie sich dennoch traute und die Augen öffnete.
Da lag er noch immer. Polternd und klingelnd, der Wecker...
und wie gehts weiter?
AntwortenLöschenDu musst mehr schreiben. Wir wollen wissen, wie es weiter geht :-)
Sehr gut gemacht für die kurze Zeit!
Hallo Ava,
AntwortenLöschendein Blog gefällt mir wirklich sehr.
Werd`jetzt täglich reinschauen.
Viel Freude daran.
Liebe Grüße, Paulina
Hallo liebe Ava,
AntwortenLöschendeine Geschichte liest sich flüssig und ist sehr spannend. Ich hoffe, es wird noch mehr von dir zu lesen sein.
GLG
Ammelie
hey ava!
AntwortenLöschenschöne geschichte
werd mich freuen
mehr von dir
zu lesen
grüssle
orso
Danke an euch! Das animiert sehr ;-)
AntwortenLöschenLG
Ava
Hallo Ava,
AntwortenLöschenwann geht`s weiter mit deinem schönen und gelungenem Blog? Ich finde die Idee mit den Fotos zum Text toll. Die ganze Gestaltung einfach. Auf sowas muss man erst mal kommen. Na denn, ich schau weiter und öfter rein. Hast gewiss noch genug anderes zu tun. Mach dir keinen Stress.
Herzlichst, Paulina
Interessant!
AntwortenLöschenAlles Gute von Kain