Samstag, 3. September 2011

Vor dem Nächsten – Liebe dich selbst!



Wer kennt es nicht  - 3. Mose 19,18 „…Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst…“
 
Grundsätzlich eine ganz hervorragende Sache... so positiv, freundlich und selbstlos.

Wie stellt man sich nun also Nächstenliebe vor?!
Sprechen wir hier einfach nur von einem „Geben ist seliger denn Nehmen“ oder hat es noch was ganz anderes auf sich mit der Nächstenliebe?!


Es gilt also erst mal eine Definition davon zu bekommen, bevor man daher geht und einfach jeden Nächsten liebt ;-)

Es handelt sich bei dieser Form von Liebe um die selbstlose Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen.
Die eigenen Bedürfnisse sollen in den Hintergrund gestellt werden und man soll sich Anderer annehmen. Vorzüglich wäre man frei von Vorurteilen, denn wie will man einem Menschen mit Nächstenliebe begegnen, wenn man an Voreingenommenheit leidet?! 


In diesem Sinne ist also sicher, dass Nächstenliebe etwas ist was völlig unabhängig von Sympathie einhergeht.

 

 

 

 

Es bedarf einer großen Hand voll Respekt und Anerkennung sowie Rücksichtnahme, Verantwortung und Entgegenkommen für das Gegenüber. Gutmütigkeit, Warmherzigkeit und Sanftmut sind ein Grundstein für das Vorhaben von Humanität. Gnade und Güte wären ebenfalls Eigenschaften, die man der Nächstenliebe zuschreiben sollte.

 

 

Bei genauem Hinsehen wird einem die Bedeutung des Wortes deutlich und es sollte einem bewusst werden, wie viel Arbeit an sich selbst notwendig wird, welche sicherlich das ganze Leben lang bedarf.
All diese Eigenschaften vereinen wir Menschen im Grundprinzip in uns. Aufgrund von unterschiedlichen Prägungen und natürlich eigenen Entscheidungen sind viele von uns in diese Richtung sehr abgestumpft. Oder besser noch – manche der Eigenschaften sind uns leider völlig fremd geworden. 

 

 

 

                         

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Endeffekt, so erscheint es mir, beginnt also der Weg zur Nächstenliebe an seinem Startpunkt – der Selbstliebe! Bekanntlich ist ja auch der Weg das Ziel und in der Regel startet man…am Anfang.

 

So gibt es jene Menschen, die selten nehmen und nur geben. Menschen, die sich verausgaben nur um es anderen recht zu machen…einiges auf sich nehmen nur, um andere glücklich zu machen. Und als ein solcher Mensch lernt man schnell, wie hart es ist wenn man immer stetig auf der Seite des Gebers ist, doch nie oder gar selten auf der Seite des Nehmers steht.
 

So geht es nicht darum, hohe Ansprüche oder gar Forderungen zu haben.
Aber was denkt ihr, wie fühlt man sich, wenn man alles für andere gibt und nicht mal ein Danke dafür erhält oder eine kleine Aufmerksamkeit um einfach gezeigt zu bekommen, dass man geliebt wird?! Geliebt zu werden ist in meinen Augen ein Grundbedürfnis.

 

An Nächstenliebe mangelt es mir absolut nicht! Natürlich habe auch ich negative Seiten und bin nicht in der Lage immer und überall Vorurteilsfrei zu urteilen. Gnade ist auch etwas, was mir wirklich schwer fällt in Anbetracht mancher Vorgeschichten…
Aber Grundsätzlich halte ich mich doch für einen Menschen, der anderen gegenüber stets mit Respekt und Höflichkeit gegenüber tritt. Jemand, der immer Hilfsbereit, großzügig und freundlich Menschen entgegenkommt und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt!

 

Wie oft fällt es uns schwer, uns etwas Gutes zu gönnen?! Wie oft sagen wir denn Nein, wenn wir von anderen etwas gefragt werden?! Wie oft sind wir frei von Sorgen und Ängsten?!


Meiner eigenen Person fällt es laufend schwer, mir etwas Gutes zu tun. Oft hat man einfach ein schlechtes Gewissen, wenn man doch mal lieber einen Film schaut, als das Wohnzimmer zu putzen. Ich schlage niemandem etwas aus und sage so ziemlich immer ja – man will ja sein Gegenüber nicht verletzen. Und ja…ICH bin noch lange nicht frei von Depression  und Angst darüber, was mich jeden Tag aufs Neuste erwartet.

Meine Aufgabe also für die nächsten Wochen – Liebe dich selbst!!!



 

Until you love you

Sonntag, 9. Januar 2011

Schlechter Beifahrer oder einfach mieser Fahrer?!

Diese Frage stelle ich mir sehr oft und besonders wieder heute, nachdem ich etwa 1 Stunde neben meinem Partner im Auto verbracht habe.
Ich denke, es handelt sich dabei um gar keine so einfache Frage und eine Antwort darauf, werde ich sicherlich auch nicht so einfach finden.
Um es zu vereinfachen machen wir es so, wie in der tollen Show, wo die Kinder versuchten den Erwachsenen bestimmte Worte aus dem Mund zu locken, nur anhand von ein paar Tipps ;D

Und los gehts:


1) Man stelle sich vor, ihr fahrt auf die Autobahn auf und bemerkt, dass der Vordermann langsamer fährt, als ihr dies entweder bereits tut oder zumindest gleich vorhaben werdet es zu tun.
Wie verhaltet ihr euch da?!
Ich sage euch jetzt also zuerst, wie ICH mich da verhalte und dann, wie mein Partner in besagter Situation reagierte.



- Ich würde mich natürlich als Erstes vergewissern, ob jemand hinter mir fährt bzw. ob jemand auf der Überholspur fährt. Sollte dies nicht der Fall sein, setze ich meinen Blinker und mache mich bereit, ganz locker flockig nach links zu huschen. Dort angekommen finde ich es natürlich klasse, dass ich die Omma im Mercedes ultra schnell überholen konnte, setze meinen Blinker wieder rechts und schere so langsam vor ihr ein
(in angemessenem Abstand naturellement).

* Mein Kollege macht das aber so ein ganz kleines bißchen anders.
Er gibt erstmal Gummi (während ich also Ommas schönen Mercedes von hinten immer näher an uns rankommen sehe, drücke ich bereits meine nicht vorhandene Bremse bis zum Anschlag durch) und shortly vor dem Benz setzt er den Blinker und will gleichzeitig rausziehen. In diesem Moment bemerkt Monsieur allerdings, dass da ja doch noch irgend so ne Pfeife auf der Überholspur fährt, die offensichtlich ebensfalls schon lange vor ihm so reagiert hat, wie "meiner einer" das ja getan hätte.Und zack, dreht sich das Lenkrad ruckartig wieder zurück und der Mensch tritt die Bremse, schüttelt mit dem Kopf  und wartet, bis der PKW vorbeigefahren ist.









2) Ihr wollt nun also ganz normal auf der Autobahn entlang fahren, ein paar Autos überholen und einfach nur so durch die Gegend cruisen.

- In dem Fall halte ich eine konstante Geschwindigkeit, überhole PKW's, die langsamer fahren, wie bereits beschrieben und reihe mich sodann wieder rechts ein, es sei denn, der Abstand zwischen dem gerade eingeholten PKW und dem Wagen, den ich sogleich einzuholen versuchen werde ist zu knapp. Dann verweile ich diese Zeit auf der Überholspur, bis ich auch dieses Fahrzeug hinter mir gelassen habe. Sollte jemand dennoch schneller sein als ich und einfach nicht warten können, bis ich mich auf die Seite bewegt habe, dann lasse ich diesen Zappelphilip natürlich vorbei, bin ja klein und lieb und nett und so ;-) 


* Mister "Erzähl-mir-bloß-nie-wieder-wie-ich-zu-fahren-hab" fährt also mit 120Km/h auf der Überholspur....und fährt und fährt, obwohl es auf der rechten Fahrbahn keinerlei Autos gibt. Zumindest fahren diese in einem solch großen Abstand, dass man selbst mit einer Geschwindigkeit von 160Km/h locker Ein- und Ausscheren könnte. So fährt er da und sieht also dann mal irgendwann in seinen Rückspiegel. Oha, da is ja tatsächlich ein Drängler...so Leute kann er ja gar nicht leiden...also bleibt er einfach mal ganz geschmeidig und tut so, als würde er ihn nicht sehen...genau das passiert also, bis es ihn dann doch im Finger juckt. Er tritt also auf das Gaspedal seines Dinosaurier-Audi's und versucht hurtig in die Nähe des Vordermannes auf der rechten Spur zu kommen. Allerdings bleibt er natürlich links, gell. Weil "Bleib geschmeidig!"
Auf mein "Mann, dann lass den doch vorbei, wenn du eh kein Gas gibst" reagiert er leicht säuerlich und zieht rüber. An uns vorbei huschen 3 stinkige mega flotte Flitzer, von denen wir auch gleich nur die Auspuffgase zu sehen bekommen.










3) Jetzt wollt ihr eigentlich auch nur einfach fahren und ein paar Autos überholen...wie das eben so ist, wenn man 1 Std. Autobahn fährt.


- Jo ne, ich fahr dann halt einfach, wie schon bei Nr. 2 erklärt ;-)
Konstante Geschwindigkeit, überholen, wenn jemand langsamer fährt und das wie folgt
(Spiegel schauen, ob jemand da ist, blinker setzen und wenn fei bzw. Platz, dann rausziehen)
 und halt einfach fahren...

* jaaaaahahahahaa, der Inhaber des Audi 80, welches eigentlich mehr schlecht als recht auf der Straße rumlatscht, macht das wie bei Nr. 1) mit dem Unterschied, dass er während dem Überholvorgang extrem beschleunigt und nach dem Einscheren noch langsamer fährt, als vorher! Er sitzt also in seinem Auto und fährt und fährt und regt sich über die "Idioten" auf, welche er überholen musste, weil sie so "uuuuuuuuuuuuuunendlich lahmarschig" fuhren,
die ihn dann aber wenig später selbst wieder einholten, denn das mache ja absolut keinen Sinn!!! Ich wachse also innerlich über mich hinaus (natürlich, denn die 1,60m werde ich  nie nie wieder übersteigen!!! Doch, wie war das mit diesen High-Heels, die ich an dem einen Abend...ächäääääm *räusper* ) und sage:
"Kein Wunder! Die denken auch, du hast ne Macke, weil du sie erst ganz eilig überholst und dein Fuß danach an Alzheimer leidet und wie tot vom Fußhebel plumpst". Dassssss hätte ich dann mal doch lieber in der KLEINEN Person winzig bleiben lassen sollen, denn danach war die Luft im Auto zum Schneiden ;D

Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, er hält sich für einen sehr sicheren Fahrer - was er ja eigentlich grundsätzlich ja auch ist, denn er rast nicht und startet keine unüberlegten Manöver.
Allerdings fährt er einfach nicht vorausschauend und recht unsicher (Siehe Nr. 1).

Am Ende meines Beitrages lache ich mir ins Fäustchen und merke, dass ich eigentlich gar keine Antwort darauf mehr geben muss. Es ist wohl einfach so:

Ich bin ein mieser Beifahrer und er ist ein noch schlechterer Fahrer! ;D



PS: Schatz, ich hab dich lieb ;p

Freitag, 31. Dezember 2010

Prison Break oder Gute Vorsätze / 4-10

Laut Focus, steht auf Platz 1 der "Was-habe-ich-mir-vorgenommen-und-werde-ich-ja-dennoch-nicht-einhalten" Vorsätze, Streß abbauen...
Na wenn das mal eine tolle Idee ist, blöd nur, dass der Streß nicht immer erst klingelt und um Eintritt bettelt.
In dem Sinne frage ich mich heute also, was genau sind denn gute Vorsätze?! Was daran ist gut und wo ist  der Vorsatz?! Und wenn es nicht klappt, hab ich dann eine falsche Einstellung zu meiner Willenskraft?! Vorsatz ist ja bekanntlich eine gewisse Absicht, etwas bestimmtes zu erledigen. Hört sich ja grundsätzlich  einmal schon gut an. Also was ist dann ein guter Vorsatz....?!
Nach ewigem Suchen im World Wide Web, welches mir darauf 405.000 Ergebnisse aufzeigt, die mich allerdings nicht wirklich schlauer machen, entwickle ich sodann meine eigene Definition:



Bedeutende Entschlüsse, oder eben Prison Break!


Sichtlich stolz auf mich, dass ich der Bedeutung dieses Ziels näher gekommen bin und mein Bewusstsein mir sagt, es sei so, als würde ich aus meinem selbst aufgebautem Gefängnis ausbrechen, kommt mir auch schon Nummer 4 in den Sinn mehr Zeit für die Familie oder Freunde

Mein  schlechtes Gewissen sagt mir, ich hätte des Öfteren meinen inneren Schweinehund an die Leine nehmen sollen und ihn zu Verabredungen schleifen müssen, anstatt diese abzusagen, weil mir plötzlich nicht danach war. So war oft das Reuegefühl nach der Absage sehr groß, dennoch schaffte ich es immer wieder, mich hinter der Hürde zu verstecken und diese noch größer werden zu lassen. Der Schweinehund hat also mich an die Leine genommen ;-)



2011 möchte ich sparsamer sein. Denn ich finde ja, dass ich beim Lagerverkauf von GG&L nicht unbedingt 5 Taschen kaufen muss, es reichen ja auch drei...oder vier...hmmmmmmm. Naja, insgesamt sollte ich freundlicher zu meinem Geldbeutel sein, denn dieser wird es mir sicherlich danken, wenn mal zur Abwechslung nicht am Ende des Geldes so viel Monat ist, sondern am Ende des Monats noch so viel Kohleeeeeee.
Ich google also wieder nach Vorsätzen und finde weniger Fernsehen... Innerlich völlig entsetzt frage ich mich, was an diesem Vorsatz gut sein könnte. Nach langem Überlegen (ca. 5 Sekunden) bin ich mir eindeutig sicher, dass ich diesen bedeutenden Entschluss lieber anderen überlasse. Und genau in diesem Zusammenhang schiesst mir Nr. 6 in den Kopf - Sorgfältigerer Umgang mit mir selbst! (Nr. 6-9...hähä)
Also ist ja mal ganz klar, der TV bleibt!!!! ;D
Genauso, wie viele andere oft nicht auf sich selbst hören und sich nicht die nötige Ruhe und Zeit gönnen, versuche ich alles zu erledigen. Erst, nachdem ich einen Hexenschuß bekommen habe, innerhalb von 2 Monaten zwei mal eine Angina bekam und die Lymphknoten unter den Armen anschwollen, als seien es 10 Maulwurfhügel, in denen so richtig die Party abgeht, wurde mir bewusst, dass ich dies wahrscheinlich alles hätte unterbinden können. So nicke ich also, fest entschlossen und am Orthomol Immun schlürfend, und überlege mir, was Nummer 7 sein könnte.
Nachdem mir nichts mehr einfällt, und ich der Meinung bin, dass unter "sorgfältigerer Umgang mit mir selbst" einige Punkte fallen, bleibt nur noch ein einziger Punkt übrig, der wohl der Wichtigste ist.

Eine bessere Mutter werden!
Mein Sohn ist 8 Jahre alt und an ADHS erkrankt. Oftmals raubt er mir den letzten Nerv und manchmal neigen wir dazu, neben den Dingen die er tut, weil er krank ist, zu vergessen, dass er auch einfach ein ganz gewöhnlicher Junge ist. Und diese machen sich nunmal dreckig, wenn sie im Sandkasten "Wüstensturm" spielen.
Sie verstecken nunmal das Essen, welches sie nicht mehr essen wollen in der Hosentasche oder behaupten steif und fest, sie hätten ihre Zähne geputzt, obwohl man das Gefühl bekommt, der Müllbeutel stünde direkt neben einem, wenn sie den "Gute-Nacht" Kuss abholen kommen.


Mit diesen Worten entlasse ich Euch in das Jahr 2011 und übergebe Euch an Eure bedeutenden Entschlüsse, die sicherlich genauso groß und umfangreich sind, wie meine ;D
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2011, bleibt gesund und munter und denkt an Eure Vorsätze!!!

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Prison Break oder Gute Vorsätze / 1-3

Wer kennt das nicht auch, die Dinge, welche einem an sich selbst stören.
Da wären in erster Linie natürlich das äußere Erscheinungsbild. Vor Allem die Frauen wissen, was genau ich damit sagen will. Zu klein sind die Füße und zu dick die Beine, zu breit der "Latina-Po" und zu winzig die Brust.


Als ich heute morgen in den Spiegel blickte und versuchte, eine Wimper von meiner Nase zu entfernen, fiel mir im Spiegel mein Oberarm auf. Was schwabbelt denn da?! Ist das etwa FETT?! Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh

Den Mund zusammengezogen blicke ich mir selbst in die Augen und erinnere mich an den Film "The Sweetest Thing", in welchem Cameron Diaz in einer Umkleidekabine die Arme gerade nach oben streckt, mit der Bemerkung "20" und sie wieder sinken lässt mit dem Kommentar "28". "20" ( der Film war übgrigens absolute Klasse)...."28"...Ich mache es ihr also nach und muss feststellen...20 war eindeutig besser!
In der Hoffnung, meine Nachbarn haben dieses Kunststück gerade eben nicht miterlebt, bin ich fest entschlossen, im Jahre 2011 alles mögliche zu ändern. Und zwar bin ich genauso entschlossen, wie ich es jedes Jahr vor Silvester bin ;-)
Diesmal wird es anders, Ava - sage ich mir immer wieder, während ich auf dem Weg ins Wohnzimmer einen Zettel schnappe, um die 10 guten Vorsätze fürs Jahr 2011 zu vermerken.

Jetzt ist ja schonmal klar, auf die 1 kommt Fitness und in diesem Sinne auf die 2 die Ernährung . Genau aus diesem Grund fängt heute meine Almased-Kur an. Ich bin sehr motiviert, auch wenn ich weiß, dass unsere Freunde zu Silvester ein Fressgelage aufbauen werden. Aber da ich ja Herr oder viel eher Frau meiner Selbst bin, stecke ich das doch auch ohne Probleme weg *hoffentlich ;-(*
Während ich also überlege, was an Stelle 3 kommt bemerke ich, dass ich Hunger habe und denke an die leckere Windbeuteltorte, die vom 26ten noch im Kühlschrank steht....hmmmmm, was ist die lecker... *Räusper* 


Und in diesem Moment fällt mir auch schon Nummer 3 ein - der innere Schweinehund

Mir wird gerade bewusst, dass da ja einiges auf mich zukommt...
Bevor ich mir also weiterhin Gedanken über die Vorsätze mache, die ja eh erst in 2011 gelten, leg ich mich jetzt nochmal am helligten Tage ins Bett und schau mir nen Film an. Und der Schweinehund...kommt mit unter die Decke ;D

Dienstag, 28. Dezember 2010

Ein ganz gewöhnlicher Montag morgen

Nachdem mir klar war, dass sich meine Muse nicht so einfach küssen lässt, entschied ich mich dafür, die Seite der VHS Darmstadt zu studieren um etwas zu finden, was Mrs. Muse rauskitzeln könnte.
So entschied ich mich für den Kurs "Magie des Schreibens".
Die Aufgabe lautete also:
Schreiben Sie einen Aufsatz - Inhalt:

"Stellen Sie sich vor, sie haben ein bestimmtes Ziel....und werden eventuell daran gehindert, dieses zu erreichen...Sie haben 20 Minuten Zeit...gutes Gelingen!"

Ich schaute die Dame also völlig ungläubig an, kratze mich am Kopf und griff nach meinem
Kugelschreiber...und da war sie...meine gute alte Freundin, Muse :-)


Der Wecker fiel mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. Auch dies lies sein schrilles Läuten nicht erstummen. Clarissa drückte ihre Hände, so feste sie konnte, gegen ihre Ohren. Während sie ihre Augen zukniff, als würde dies ebenfalls etwas am ohrenbetäubenden Geräusch verändern, dachte sie darüber nach, wie lange es her war, dass sie vom sanften Zwitschern der Vögel geweckt worden war.
Noch immer trällerte der Wecker dieses unerträgliche Lied, während er über den Boden hüpfte.
Innerlich die weiße Fahne schwenkend, warf sie die Beine aus dem Bett. Es würde nichts nützen...sie musste ja dennoch aufstehen.
Fertig angezogen blickte sie noch einmal in den Garderobespiegel, um sich zu vergewissern, dass sie ihren Kollegen nicht durch lässtige Zahnpastaflecken auffallen würde. Sie grabschte in der Schlüsselbox nach dem richtigen Schlüssel und machte sich auf den Weg zur Garage.
Es war kalt und grau, richtiges Herbstwetter. Clarissa erinnerte sich an ihren letzten Urlaub in Venedig. Daran, wie wohlig sich ihre Haut unter der Sonne Italiens anfühlte...was war es so schön gewesen, inmitten der kleinen Gassen und der wundervollen Architektur.
Ein plötzliches Hupen hinter ihr holte sie aus dem Urlaub zurück. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie schon dort vor der grünen Ampel campiert hatte, aber es konnte ja nicht wirklich lange gewesen sein. Mit einer beschwichtigenden Geste versuchte sie sich zu entschuldigen und fuhr weiter.

Fröhlich pfeifend fuhr sie durch die lange Allee. Auch wenn dies jeden morgen bedeutete, dass das Ende der Allee ihr Büro war, sie fuhr dennoch gerne unter den Bäumen hindurch und schaute auf die kleinen Lichtquellen, die während der Fahrt durch die einzelnen Äste hindurch drangen.
Doch was war das...da vorn...so....dunkel...
Sie fuhr langsamer, während sie ihre Augen permanent schloss und wieder öffnete. Etwas auf der Straße hatte ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der PKW wurde immer langsamer und kam zum Stehen.
Das konnte nicht wahr sein! Es musste Einbildung sein...das wäre ja sonst einfach nicht möglich...
Sie starrte aus dem Fenster und bemerkte, dass sich der Wald in totaler Stille befand. Kein Zwitschern der Vögel auf den Bäumen, kein Verkehrslärm von anderen Autos, kein Wind...nichts!
Nachdem sie sich zum vierten Mal die Augen gerieben hatte und keinerlei Veränderung wahrnehmen konnte, ergriff sie den Türgriff und öffnete langsam die Fahrertür.

Unsicher stellte sie sich auf ihre Beine. Ihre Finger umklammerten den Außenspiegel, als könnte
dieser einen sichereren Halt vermitteln, als der Boden. Offensichtlich hatte sie sich nicht getäuscht, so unwirklich es ihr auch vorkam. Sie blickte zu ihren Füßen hinab und rutschte sachte, mit einem Fuß vor den Anderen, bis zu der Stelle, wo ihr Auto zum Stehen kam. Vor ihrem Auto klaffte ein riesiges Loch im Boden...ein Abgrund...ein schwarzes dunkles Nichts ohne Ende. Es sah aus, wie eines der Bilder aus einem Sci-Fi Film, indem der Held der Geschichte plötzlich vor dem Ende der Erdscheibe stehenblieb und verzweifelt nach unten blickte. Clarissa starrte in die Schwärze. Wo war alles hin ? Was zur Hölle war hier passiert ?
Es war toten still, so, als ob alles Leben der Welt schockierend den Atem angehalten hätte. Auch Clarissa bemerkte, dass sie ihre Atmung eingestellt hatte und keuchte nach Luft. Außer ihr und der Kälte, die sich ihren Platz auf ihrem Nacken suchte, gab es nur die Leere der endlosen Schwärze.
Sie tatstete sich langsam mit den Fußspitzen an den Rand des Abgrundes. Ihr wurde schwindelig. Es kam ihr fast so vor, als würde dieses Etwas nach ihr rufen, sie bitten zu ihm zu kommen.
Schon als sie in der 10. Klasse vom 10-Meter-Brett springen sollte, machte ihr Magen arge Probleme. Doch dies war etwas ganz anderes. Wenigstens hatte sie ihre Klassenkameraden vor Augen, die ihr Mut zuriefen, als sie auf die ungleiche Fläche des Wassers blickte. Nun stand sie alleine, ohne Halt und ohne Freunde und vor Allem, ohne Boden oder Wasser. Sie schüttelte sich heftig, um die Gänsehaut wieder loszuwerden, welche sich auf ihrem gesamten Körper ausbreitete. Plötzlich machte sich ein wohliges Gefühl in ihr breit und verscheuchte die Befangenheit. "Heute muss ich nicht zur Arbeit" seuselte ihr eine Stimme durch den Kopf...ihre eigene! Sichtlich verwirrt, aber dennoch etwas erleichtert drehte sie sich entschlossen um und lief zu ihrem Wagen zurück. Heute würde sie Zeit für sich selbst haben, könnte endlich shoppen gehen.
Sie lies den Motor an und lehnte sich zurück, während sie den Beginn ihres Lieblingsliedes erwartete.
Laut pfeifend warf sie den Kopf von einer Seite auf die Nächste, bis ihr etwas im Rückspiegel ins Auge stach. Was war das?! Das konnte unmöglich sein! Ein grelles, aggressives Licht, welches immer näher auf sie zukam. Hinter ihr konnte unmöglich jemand sein. Wo sollte er auch herkommen. Immerhin gab es dort ja niemanden und nichts. Sie schluckte und gab Gas. Panik breitete sich in ihr aus, als das Licht immer näher an ihren Wagen rankam. Wer zum Teufel war das?! Weshalb drängelte er so?! Blinzelnd versuchte sie, dem Straßenverlauf zu folgen, doch ihre Sicht wurde immer schlechter. Der Himmel hatte sich blitzartig verdunkelt und es schien ein Gewitter heraufzuziehen. Große dunkle Wolken legten sich wie Blei über das türkisblau des Himmels. Es kam immer näher und langsam konnte Clarissa ihre Augen nicht mehr offen halten, da diese unerträgliche Helle ihr das Augenlicht raubte. Schweiß lief über ihre Stirn, als ihr bewusst wurde, dass das Licht sie bald eingeholt hatte. Just in diesem Moment quietschten ihre Reifen dröhnend und ihr Wagen began heftig zu schütteln. Dicht gefolgt von einem dumpfen Schlag, der markerschütternd durch Clarissas Körper drang, hörte man ihr Schreien. Es läutete ihr noch immer bedrohlich in den Ohren, als sie sich dennoch traute und die Augen öffnete.
Da lag er noch immer. Polternd und klingelnd, der Wecker...