Freitag, 31. Dezember 2010

Prison Break oder Gute Vorsätze / 4-10

Laut Focus, steht auf Platz 1 der "Was-habe-ich-mir-vorgenommen-und-werde-ich-ja-dennoch-nicht-einhalten" Vorsätze, Streß abbauen...
Na wenn das mal eine tolle Idee ist, blöd nur, dass der Streß nicht immer erst klingelt und um Eintritt bettelt.
In dem Sinne frage ich mich heute also, was genau sind denn gute Vorsätze?! Was daran ist gut und wo ist  der Vorsatz?! Und wenn es nicht klappt, hab ich dann eine falsche Einstellung zu meiner Willenskraft?! Vorsatz ist ja bekanntlich eine gewisse Absicht, etwas bestimmtes zu erledigen. Hört sich ja grundsätzlich  einmal schon gut an. Also was ist dann ein guter Vorsatz....?!
Nach ewigem Suchen im World Wide Web, welches mir darauf 405.000 Ergebnisse aufzeigt, die mich allerdings nicht wirklich schlauer machen, entwickle ich sodann meine eigene Definition:



Bedeutende Entschlüsse, oder eben Prison Break!


Sichtlich stolz auf mich, dass ich der Bedeutung dieses Ziels näher gekommen bin und mein Bewusstsein mir sagt, es sei so, als würde ich aus meinem selbst aufgebautem Gefängnis ausbrechen, kommt mir auch schon Nummer 4 in den Sinn mehr Zeit für die Familie oder Freunde

Mein  schlechtes Gewissen sagt mir, ich hätte des Öfteren meinen inneren Schweinehund an die Leine nehmen sollen und ihn zu Verabredungen schleifen müssen, anstatt diese abzusagen, weil mir plötzlich nicht danach war. So war oft das Reuegefühl nach der Absage sehr groß, dennoch schaffte ich es immer wieder, mich hinter der Hürde zu verstecken und diese noch größer werden zu lassen. Der Schweinehund hat also mich an die Leine genommen ;-)



2011 möchte ich sparsamer sein. Denn ich finde ja, dass ich beim Lagerverkauf von GG&L nicht unbedingt 5 Taschen kaufen muss, es reichen ja auch drei...oder vier...hmmmmmmm. Naja, insgesamt sollte ich freundlicher zu meinem Geldbeutel sein, denn dieser wird es mir sicherlich danken, wenn mal zur Abwechslung nicht am Ende des Geldes so viel Monat ist, sondern am Ende des Monats noch so viel Kohleeeeeee.
Ich google also wieder nach Vorsätzen und finde weniger Fernsehen... Innerlich völlig entsetzt frage ich mich, was an diesem Vorsatz gut sein könnte. Nach langem Überlegen (ca. 5 Sekunden) bin ich mir eindeutig sicher, dass ich diesen bedeutenden Entschluss lieber anderen überlasse. Und genau in diesem Zusammenhang schiesst mir Nr. 6 in den Kopf - Sorgfältigerer Umgang mit mir selbst! (Nr. 6-9...hähä)
Also ist ja mal ganz klar, der TV bleibt!!!! ;D
Genauso, wie viele andere oft nicht auf sich selbst hören und sich nicht die nötige Ruhe und Zeit gönnen, versuche ich alles zu erledigen. Erst, nachdem ich einen Hexenschuß bekommen habe, innerhalb von 2 Monaten zwei mal eine Angina bekam und die Lymphknoten unter den Armen anschwollen, als seien es 10 Maulwurfhügel, in denen so richtig die Party abgeht, wurde mir bewusst, dass ich dies wahrscheinlich alles hätte unterbinden können. So nicke ich also, fest entschlossen und am Orthomol Immun schlürfend, und überlege mir, was Nummer 7 sein könnte.
Nachdem mir nichts mehr einfällt, und ich der Meinung bin, dass unter "sorgfältigerer Umgang mit mir selbst" einige Punkte fallen, bleibt nur noch ein einziger Punkt übrig, der wohl der Wichtigste ist.

Eine bessere Mutter werden!
Mein Sohn ist 8 Jahre alt und an ADHS erkrankt. Oftmals raubt er mir den letzten Nerv und manchmal neigen wir dazu, neben den Dingen die er tut, weil er krank ist, zu vergessen, dass er auch einfach ein ganz gewöhnlicher Junge ist. Und diese machen sich nunmal dreckig, wenn sie im Sandkasten "Wüstensturm" spielen.
Sie verstecken nunmal das Essen, welches sie nicht mehr essen wollen in der Hosentasche oder behaupten steif und fest, sie hätten ihre Zähne geputzt, obwohl man das Gefühl bekommt, der Müllbeutel stünde direkt neben einem, wenn sie den "Gute-Nacht" Kuss abholen kommen.


Mit diesen Worten entlasse ich Euch in das Jahr 2011 und übergebe Euch an Eure bedeutenden Entschlüsse, die sicherlich genauso groß und umfangreich sind, wie meine ;D
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2011, bleibt gesund und munter und denkt an Eure Vorsätze!!!

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Prison Break oder Gute Vorsätze / 1-3

Wer kennt das nicht auch, die Dinge, welche einem an sich selbst stören.
Da wären in erster Linie natürlich das äußere Erscheinungsbild. Vor Allem die Frauen wissen, was genau ich damit sagen will. Zu klein sind die Füße und zu dick die Beine, zu breit der "Latina-Po" und zu winzig die Brust.


Als ich heute morgen in den Spiegel blickte und versuchte, eine Wimper von meiner Nase zu entfernen, fiel mir im Spiegel mein Oberarm auf. Was schwabbelt denn da?! Ist das etwa FETT?! Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh

Den Mund zusammengezogen blicke ich mir selbst in die Augen und erinnere mich an den Film "The Sweetest Thing", in welchem Cameron Diaz in einer Umkleidekabine die Arme gerade nach oben streckt, mit der Bemerkung "20" und sie wieder sinken lässt mit dem Kommentar "28". "20" ( der Film war übgrigens absolute Klasse)...."28"...Ich mache es ihr also nach und muss feststellen...20 war eindeutig besser!
In der Hoffnung, meine Nachbarn haben dieses Kunststück gerade eben nicht miterlebt, bin ich fest entschlossen, im Jahre 2011 alles mögliche zu ändern. Und zwar bin ich genauso entschlossen, wie ich es jedes Jahr vor Silvester bin ;-)
Diesmal wird es anders, Ava - sage ich mir immer wieder, während ich auf dem Weg ins Wohnzimmer einen Zettel schnappe, um die 10 guten Vorsätze fürs Jahr 2011 zu vermerken.

Jetzt ist ja schonmal klar, auf die 1 kommt Fitness und in diesem Sinne auf die 2 die Ernährung . Genau aus diesem Grund fängt heute meine Almased-Kur an. Ich bin sehr motiviert, auch wenn ich weiß, dass unsere Freunde zu Silvester ein Fressgelage aufbauen werden. Aber da ich ja Herr oder viel eher Frau meiner Selbst bin, stecke ich das doch auch ohne Probleme weg *hoffentlich ;-(*
Während ich also überlege, was an Stelle 3 kommt bemerke ich, dass ich Hunger habe und denke an die leckere Windbeuteltorte, die vom 26ten noch im Kühlschrank steht....hmmmmm, was ist die lecker... *Räusper* 


Und in diesem Moment fällt mir auch schon Nummer 3 ein - der innere Schweinehund

Mir wird gerade bewusst, dass da ja einiges auf mich zukommt...
Bevor ich mir also weiterhin Gedanken über die Vorsätze mache, die ja eh erst in 2011 gelten, leg ich mich jetzt nochmal am helligten Tage ins Bett und schau mir nen Film an. Und der Schweinehund...kommt mit unter die Decke ;D

Dienstag, 28. Dezember 2010

Ein ganz gewöhnlicher Montag morgen

Nachdem mir klar war, dass sich meine Muse nicht so einfach küssen lässt, entschied ich mich dafür, die Seite der VHS Darmstadt zu studieren um etwas zu finden, was Mrs. Muse rauskitzeln könnte.
So entschied ich mich für den Kurs "Magie des Schreibens".
Die Aufgabe lautete also:
Schreiben Sie einen Aufsatz - Inhalt:

"Stellen Sie sich vor, sie haben ein bestimmtes Ziel....und werden eventuell daran gehindert, dieses zu erreichen...Sie haben 20 Minuten Zeit...gutes Gelingen!"

Ich schaute die Dame also völlig ungläubig an, kratze mich am Kopf und griff nach meinem
Kugelschreiber...und da war sie...meine gute alte Freundin, Muse :-)


Der Wecker fiel mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. Auch dies lies sein schrilles Läuten nicht erstummen. Clarissa drückte ihre Hände, so feste sie konnte, gegen ihre Ohren. Während sie ihre Augen zukniff, als würde dies ebenfalls etwas am ohrenbetäubenden Geräusch verändern, dachte sie darüber nach, wie lange es her war, dass sie vom sanften Zwitschern der Vögel geweckt worden war.
Noch immer trällerte der Wecker dieses unerträgliche Lied, während er über den Boden hüpfte.
Innerlich die weiße Fahne schwenkend, warf sie die Beine aus dem Bett. Es würde nichts nützen...sie musste ja dennoch aufstehen.
Fertig angezogen blickte sie noch einmal in den Garderobespiegel, um sich zu vergewissern, dass sie ihren Kollegen nicht durch lässtige Zahnpastaflecken auffallen würde. Sie grabschte in der Schlüsselbox nach dem richtigen Schlüssel und machte sich auf den Weg zur Garage.
Es war kalt und grau, richtiges Herbstwetter. Clarissa erinnerte sich an ihren letzten Urlaub in Venedig. Daran, wie wohlig sich ihre Haut unter der Sonne Italiens anfühlte...was war es so schön gewesen, inmitten der kleinen Gassen und der wundervollen Architektur.
Ein plötzliches Hupen hinter ihr holte sie aus dem Urlaub zurück. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie schon dort vor der grünen Ampel campiert hatte, aber es konnte ja nicht wirklich lange gewesen sein. Mit einer beschwichtigenden Geste versuchte sie sich zu entschuldigen und fuhr weiter.

Fröhlich pfeifend fuhr sie durch die lange Allee. Auch wenn dies jeden morgen bedeutete, dass das Ende der Allee ihr Büro war, sie fuhr dennoch gerne unter den Bäumen hindurch und schaute auf die kleinen Lichtquellen, die während der Fahrt durch die einzelnen Äste hindurch drangen.
Doch was war das...da vorn...so....dunkel...
Sie fuhr langsamer, während sie ihre Augen permanent schloss und wieder öffnete. Etwas auf der Straße hatte ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der PKW wurde immer langsamer und kam zum Stehen.
Das konnte nicht wahr sein! Es musste Einbildung sein...das wäre ja sonst einfach nicht möglich...
Sie starrte aus dem Fenster und bemerkte, dass sich der Wald in totaler Stille befand. Kein Zwitschern der Vögel auf den Bäumen, kein Verkehrslärm von anderen Autos, kein Wind...nichts!
Nachdem sie sich zum vierten Mal die Augen gerieben hatte und keinerlei Veränderung wahrnehmen konnte, ergriff sie den Türgriff und öffnete langsam die Fahrertür.

Unsicher stellte sie sich auf ihre Beine. Ihre Finger umklammerten den Außenspiegel, als könnte
dieser einen sichereren Halt vermitteln, als der Boden. Offensichtlich hatte sie sich nicht getäuscht, so unwirklich es ihr auch vorkam. Sie blickte zu ihren Füßen hinab und rutschte sachte, mit einem Fuß vor den Anderen, bis zu der Stelle, wo ihr Auto zum Stehen kam. Vor ihrem Auto klaffte ein riesiges Loch im Boden...ein Abgrund...ein schwarzes dunkles Nichts ohne Ende. Es sah aus, wie eines der Bilder aus einem Sci-Fi Film, indem der Held der Geschichte plötzlich vor dem Ende der Erdscheibe stehenblieb und verzweifelt nach unten blickte. Clarissa starrte in die Schwärze. Wo war alles hin ? Was zur Hölle war hier passiert ?
Es war toten still, so, als ob alles Leben der Welt schockierend den Atem angehalten hätte. Auch Clarissa bemerkte, dass sie ihre Atmung eingestellt hatte und keuchte nach Luft. Außer ihr und der Kälte, die sich ihren Platz auf ihrem Nacken suchte, gab es nur die Leere der endlosen Schwärze.
Sie tatstete sich langsam mit den Fußspitzen an den Rand des Abgrundes. Ihr wurde schwindelig. Es kam ihr fast so vor, als würde dieses Etwas nach ihr rufen, sie bitten zu ihm zu kommen.
Schon als sie in der 10. Klasse vom 10-Meter-Brett springen sollte, machte ihr Magen arge Probleme. Doch dies war etwas ganz anderes. Wenigstens hatte sie ihre Klassenkameraden vor Augen, die ihr Mut zuriefen, als sie auf die ungleiche Fläche des Wassers blickte. Nun stand sie alleine, ohne Halt und ohne Freunde und vor Allem, ohne Boden oder Wasser. Sie schüttelte sich heftig, um die Gänsehaut wieder loszuwerden, welche sich auf ihrem gesamten Körper ausbreitete. Plötzlich machte sich ein wohliges Gefühl in ihr breit und verscheuchte die Befangenheit. "Heute muss ich nicht zur Arbeit" seuselte ihr eine Stimme durch den Kopf...ihre eigene! Sichtlich verwirrt, aber dennoch etwas erleichtert drehte sie sich entschlossen um und lief zu ihrem Wagen zurück. Heute würde sie Zeit für sich selbst haben, könnte endlich shoppen gehen.
Sie lies den Motor an und lehnte sich zurück, während sie den Beginn ihres Lieblingsliedes erwartete.
Laut pfeifend warf sie den Kopf von einer Seite auf die Nächste, bis ihr etwas im Rückspiegel ins Auge stach. Was war das?! Das konnte unmöglich sein! Ein grelles, aggressives Licht, welches immer näher auf sie zukam. Hinter ihr konnte unmöglich jemand sein. Wo sollte er auch herkommen. Immerhin gab es dort ja niemanden und nichts. Sie schluckte und gab Gas. Panik breitete sich in ihr aus, als das Licht immer näher an ihren Wagen rankam. Wer zum Teufel war das?! Weshalb drängelte er so?! Blinzelnd versuchte sie, dem Straßenverlauf zu folgen, doch ihre Sicht wurde immer schlechter. Der Himmel hatte sich blitzartig verdunkelt und es schien ein Gewitter heraufzuziehen. Große dunkle Wolken legten sich wie Blei über das türkisblau des Himmels. Es kam immer näher und langsam konnte Clarissa ihre Augen nicht mehr offen halten, da diese unerträgliche Helle ihr das Augenlicht raubte. Schweiß lief über ihre Stirn, als ihr bewusst wurde, dass das Licht sie bald eingeholt hatte. Just in diesem Moment quietschten ihre Reifen dröhnend und ihr Wagen began heftig zu schütteln. Dicht gefolgt von einem dumpfen Schlag, der markerschütternd durch Clarissas Körper drang, hörte man ihr Schreien. Es läutete ihr noch immer bedrohlich in den Ohren, als sie sich dennoch traute und die Augen öffnete.
Da lag er noch immer. Polternd und klingelnd, der Wecker...